Ausstellungen

07.11.21 bis 27.01.22

Vera Kox …into deliquescence – verlängert bis 27. Januar 2022

Finissage, DO, 27. Januar 2022 , 19 Uhr*
Show your Wound, eine Performance von Ana Lessing Menjibar
*um Anmeldung wird gebeten

Zur Finissage der Ausstellung von Vera Kox …into deliquescence lädt die Künstlerin Ana Lessing Menjibar mit ihrer Performance ein.

Show your Wound ist eine choreografische und klangliche Performance von Ana Lessing Menjibar, die den emotionalen und fragilen menschlichen Körper in einer fast posthumanen Welt entblößt. Im Dialog mit den Musikern Philipp Kullen & Nikola Pieper verwebt sie Körper, Klangwelten und Sprache zu einer Performance, welche unterschiedliche physische Zustände von formal bis ekstatisch auf ihr poetisches Potenzial untersucht. Sie dekonstruiert Flamenco und arbeitet mit skulpturalen Objekten als Erweiterung ihrer Tanzpraxis, um Fragen nach Wunden und deren Heilung, dem kollektiven Körper und Transformationsprozessen nachzugehen.

Die Tanzperformance wird sich über den Ausstellungsraum ausdehnen und mit den Skulpturen und Installationen von Vera Kox in Dialog treten. Die künstlerischen Positionen verbindet ein innovatives, experimentelles Werk, welches den Körper als fluide begreift und die Auflösung der Grenzen zwischen Materie/Körper und Umwelt untersucht.

Ana Lessing Menjibar, Show Your Wound, Foto: Mischa Leinkauf
(Concept, Choreography, Dance, Text & Space: Ana Lessing Menjibar / Music Composition: Ana Lessing Menjibar, Philipp Kullen & Nikola Pieper / Drums, Synths & Sound Design: Philipp Kullen & Nikola Pieper / Dramaturgy & Text: Isabel Gatzke / Light: Ladislav Zajac / Costume: Lorena Maza)

Vera Kox …into deliquescence

Ausgehend von phenomenologischen Kindheitsbeobachtungen wie dem industriellen Abbau von Eisen im Süden Luxemburgs oder aktuellen ökologischen Maßnahmen des Eindämmens von Fassaden in den Straßen Berlins, entwickelt Vera Kox eine künstlerische Praxis, die sich mit den direkten und indirekten Ein- und Auswirkungen des modernen menschengemachten Zeitalters auseinandersetzt. Durch unkonventionelle Materialbearbeitung und experimentelle Techniken kristallisiert sie diese Einflüsse zu skulpturalen Formen. Dabei befasst sie sich mit dem Eigenleben des verwendeten Materials sowie dessen sozialen und ökologischen Lesarten und Effekten und nähert sich dem so genannten Symbiozän, einem Begriff aus der aktuellen ökologischen Forschung, der eine neue Verwebung von Materialien, Objekten, der Menschheit und Umwelt vorschlägt. 

Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung greift Kox das Konzept des Zerfließens (Deliqueszenz) als Ausgangspunkt auf und zielt auf eine Auflösung von verfestigten Strukturen, Texturen und Definitionen über das Material hinaus. Mittels spezieller Glasurtechniken, Abgüsse entkontextualisierter Oberflächen oder durch das innovative Transformieren von Bedingungen und Eigenschaften von Aluminium, Glas, Ton und anderer Wert- und Baustoffe, überführt sie die neu geschaffenen Objekte, Wandreliefs und Bodeninstallationen in scheinbar andere Aggregatzustände. Es entstehen fließende, von Liquidität geprägte Körper, die vielmehr ineinandergreifen und sich als metamorphe Zyklen offenbaren. 

Based on phenomenological observations from the industrial mining of iron in southern Luxembourg from her childhood to current ecological measures to insulate facades in the streets of Berlin, Vera Kox develops an artistic practice that approaches the direct and indirect effects of the modern man-made age. Through unconventional material processing and experimental techniques, she crystallizes these influences into sculptural forms. Further, she analyses the inner life of her materials as well as their social and ecological readings — and, in doing so, approaches the so-called symbiocene, a term derived from contemporary ecological research used to describe the new interweaving, interaction and reciprocity of materials and objects across humanity and the environment.

For her first institutional solo exhibition, Kox takes the concept of deliquescence as a starting point, challenging a dissolution of solidified structures, textures and definitions beyond the material. Using special glazing techniques, casts of decontextualized surfaces or the transformative properties of aluminum, glass, clay and other artistic and building materials, she reveals newly created objects, wall reliefs and floor installations in various aggregate states. Flowing bodies characterized by liquidity emerge, which rather interlock and reveal themselves as metamorphic cycles.

Für alle Fotografien gilt: Vera Kox, …into deliquescence, 2021, Keramik mit Engobe und Glasur © Künstlerin, Fotografien: Andreas Baudisch.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch Fonds Culturel National Luxembourg & Ministère de la culture Luxembourg und die Baden-Württemberg Stiftung. Die Künsterlin wurde gefördert durch ein Arbeitsstipendium Neustart Kultur // Stiftung Kunstfonds.

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